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Auf zu neuen Partnern... |
Kürzlich führte ich einen vorbereitenden Besuch in Tschechien durch. Ziel des Besuches war die Vereinbarung der Zusammenarbeit zwischen unserer Schule und verschiedenen tschechischen berufsbildenden Schulen an mehreren Standorten. Begleitet wurde ich von dem Kollegen Detlef Pohl aus Wilhelmshaven, der für fünf Berufsbildende Schulen der Region die europäischen Bildungsprojekte koordiniert.
Mit dieser gemeinsamen Aktion haben wir erstmals einen überregionalen Bezug hergestellt, indem wir gleichermaßen für die Regionen um Rotenburg als auch um Wilhelmshaven dieselben Partner wählten. Diese Synergien entsprechen im Übrigen der ausgewiesenen Strategie des Niedersächsischen Kultusministeriums zur Internationalisierung, innerhalb der vier Bezirke der Landesschulbehörden regionale EU-Kompetenzzentren zu generieren.
Unsere Reise führte uns zunächst ins nordosttschechische Frydek-Mistek, wo wir eine berufsbildende Schule (ortsübliche Übersetzung "Mittelschule") mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik/Sozialpflege kennen lernten. Gemeinsam mit den Gastgebern besuchten wir zunächst eine Schule, in der Menschen mit Behinderungen betreut werden, anschließend eine Senioreneinrichtung. In beiden Häusern absolvieren die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule ihre ausbildungsbegleitenden Praktika. Für die Zukunft können wir uns vorstellen, dass auch unsere Schülerinnen und Schüler dort Praktika absolvieren (gefördert mit Mitteln des EU-Bildungsprogrammes "Leonardo da Vinci"). Dies könnte, um sprachliche Hürden zu minimieren, auch in sogenannten Tandems (gleichzeitige Entsendung eines unserer Schüler mit einem Schüler der Mittelschule in die jeweilige Einrichtung vor Ort) umgesetzt werden.
Auch könnte ich mir ein gemeinsames Bildungsprojekt zwischen BBS Rotenburg und dem Berufsbildungsbereich der Rotenburger Werke auf der einen Seite und der Mittelschule Frydek-Mistek und der Schule für Menschen mit Behinderungen auf der anderen Seite gut vorstellen!
Die nächste Station unseres Aufenthaltes war die Hauptstadt Prag. Hier hatte ich Termine mit Vertretern von vier berufsbildenden Schulen vereinbart: Zunächst besuchten wir die Schule für europäische Administration. Diese recht junge berufsbildende Schule, die von Grund auf renoviert wurde, beeindruckte mit einem engagierten Team um Schulleiter Roman Liska, guter Ausstattung und dem erklärten Willen künftig mit uns zusammen zu arbeiten. Die nächsten Praktika unserer Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich Wirtschaft (Ausbildung zum Bürokaufmann/zur Bürokauffrau) wurden bereits vereinbart.
Ein Besuch in der Hotelfachschule, mit der uns bereits eine jahrzehntelange Partnerschaft eint, war obligatorisch. Hier werden auch weiterhin unsere Praktikanten im schuleigenen Hotel während ihrer Praktika in Prag untergebracht und betreut werden. Dieses Hotel wird ausschließlich von Lehrkräften und ihren Schülern bewirtschaftet.
Zwei weitere Bildungseinrichtungen in Prag wurden uns von den zuständigen Lehrkräften im Rahmen einer Präsentation vorgestellt. Es handelt sich einerseits um eine Schule mit sozialpädagogischer Ausrichtung, andererseits um eine Schule, in der Sicherheitsfachkräfte ausgebildet werden.
Die letzte Station unserer Reise führte uns nach Brünn, wo wir eine berufsbildende Schule mit den Schwerpunkten Sozialpädagogik und Informationstechnologie kennen lernten. Auf alle genannten Schulen war ich durch den Besuch eines Kontaktseminars in Würzburg im Frühjahr aufmerksam geworden.
Zwei Dinge sind uns während der Besuche in den verschiedenen Bildungseinrichtungen ins Auge gefallen: In den letzten Jahren wurde offensichtlich in Tschechien erheblich in die Ausstattung von Schulen investiert. Beinahe alle Klassenräume, die wir sahen, waren mit jeweils einem internetfähigen Computer am Lehrerarbeitsplatz samt zugehörigem Beamer ausgestattet. Auch die Gebäude machten auf uns einen gepflegten Eindruck. Das sah vor zehn Jahren noch ganz anders aus! Andererseits teilte man uns mit, dass zahlreiche berufsbildende Schulen in Tschechien eine neue Ausrichtung erfahren, was mit Zusammenlegung verschiedener Standorte bzw. veränderten beruflichen Schwerpunkten einhergeht. Vielleicht auch der demographische Wandel?
Selbstverständlich luden wir unsere Gesprächspartner zu einem Gegenbesuch nach Deutschland ein, damit sie ihre zukünftigen Partner näher kennen lernen können. Wir erhoffen uns von dieser Initiative, dass weitere Schülerinnen und Schüler hüben wie drüben im Rahmen ausbildungsbegleitender Mobilität "auf den Weg nach Europa" gebracht werden können.
Erwin Eggers



e-voss - 20.12.2011 - Zurück zur Übersicht